Kreuz-Kirchengemeinde
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Endlich wieder Abendmahl in der Kreuzkirche

Essen stiftet Gemeinschaft: Jede gute Feier braucht auch ihr passendes Festmahl. Deswegen finden sich viele Bezüge zum Essen in der Bibel: Jesus etwa spricht immer wieder davon in seinen Gleichnissen und Reden. Mehr noch: Er setzt sich auch mit an den Tisch - auch zu denen, mit denen ‚man‘ eigentlich nicht gemeinsam gegessen hat. Eine außergewöhnliche Gemeinschaft!
 
Dieses Miteinander setzt Jesus fort: Mit dem Abendmahl stiftet er eine lebendige Erinnerung an ihn. Am Tisch, bei Essen und Trinken, ist Jesus gegenwärtig. Durch das Abendmahl erfahren wir auch, was christliches Leben bedeutet kann: Nehmen und Danken, Segnen, Teilen und Geben. Beim Abendmahl wird diese Haltung deutlich und auch dazu sagt Jesus mit seinen Worten: Das ist mein Leib – und wir Christinnen und Christen sind Teil von diesem gemeinschaftlichen Leib Christi. 
Es ist vor allem der Kelch, der uns diese Gemeinschaft deutlich vor Augen führt: Paulus schreibt schon im 1. Korintherbrief: „Ist der Kelch des Segens über dem wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?“ (1. Kor 10,16) Der Kelch steht also für die Gemeinschaft mit Christus und auch für die Gemeinschaft untereinander. Das Trinken aus dem einem Kelch lässt uns alle gleichermaßen an dieser Gemeinschaft teilhaben; darin gründet die Einheit der Gemeinde. Schon seit dem Beginn der Reformation war das Trinken aus dem einen Kelch ein Indiz für eine evangelische Gemeinde. Alle waren gleichermaßen ein Teil davon.

Das neue Abendmahlsgeschirr wurde eingeweiht

Durch das Coronavirus und die damit vorgegebenen Hygienevorschriften hat seit März kein Abendmahl mehr in der Kreuzkirche stattgefunden. Das tut weh! Deswegen hat das Presbyterium darüber beraten, wie ein neues und angemessenes Abendmahlsgeschirr aussehen kann, mit dem wir auch zu Coronazeiten ein würdiges Abendmahl feiern können. Das Presbyterium hat sich für eine Variante mit Einzelkelchen entscheiden. Doch zu einem Eindruck der Vereinzelung soll es nicht kommen: Es gibt einen großen gemeinsamen Kelch - ein sogenannter Gießkelch - von dem aus der Saft oder der Wein in die Einzelkelche gegossen werden kann. So trinken alle, die am Abendmahl teilnehmen, auch zu Coronazeiten noch sinnbildlich aus dem einem Kelch! 
 
Das Abendmahl zeigt uns in besonderer Weise, dass wir an der Herrlichkeit Gottes teilhaben. Diese Teilhabe nennt Paulus im 2. Korintherbrief einen „Schatz“, den wir in „irdenen und zerbrechlichen Gefäßen“ haben - und er meint damit unsere Körper. Diese Gedanken von Paulus lassen sich sehr gut auch auf das Abendmahl und besonders auf das neue Geschirr übertragen, weil es ein schlichtes Geschirr aus Ton ist. Pfarrer Heering hat daher die Einführung des neuen Abendmahlsgeschirrs mit diesem Satz von Paulus verbunden:

„Wir haben aber diesen Schatz in irdenen, zerbrechlichen Gefäßen, so wird deutlich, dass die alles überragende Kraft von Gott kommt und nicht von uns.“ (2. Kor 4,7).

und macht hiermit deutlich: die Form mag schlicht sein, der Inhalt ist aber gehaltvoll.

Das neue Abendmahlsgeschirr - irdene Gefäße

Wiedereinführung des Abendmahls am "Abendmahlssonntag" (7. Sonntag nach Trinitatis)

Die Wiedereinführung des Abendmahls in der Kreuzkirche erfolgte sehr passend an dem Sonntag im Kirchenjahr, an dem im Evangelium von der Speisung der 5.000 berichtet wird und der daher auch "Abendmahlssonntag" genannt wird.

In der neuen Form feiern wir nun jedes Mal Abendmahl, wenn es im normalen Ablauf vorgesehen ist (dies können Sie den Terminhinweisen entnehmen). Wie auch ansonsten üblich kann selbstverständlich jeder entscheiden, ob er am Abendmahl in der neuen Form teilnehmen möchte. Bei der Wiedereinführung war dies erfreulicherweise die überwiegende Mehrheit der Gemeinde.